In Fahnen gehüllt

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Die Emanzipation Südamerikas und der Grund für Farben und Gestaltung ihrer Fahnen.

390 Seiten + Abbildungen.

“Wir haben bisher eine Ruhe aufrechterhalten, die an Dummheit grenzt, und haben Verbannung in unserer eigenen Heimat hingenommen; gleichgültig haben wir zugesehen wie unsere Freiheit Gewaltherrschaft und Tyrannei unterworfen wurde”, so lautete die “Junta Tuitiva de la Paz“ (Vereinigung für das Recht des Volkes) von 1809.

Mariano Saravia
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aus dem argentinischen Spanisch von Claudia Ballhause

“Wir haben bisher eine Ruhe aufrechterhalten, die an Dummheit grenzt, und haben Verbannung in unserer eigenen Heimat hingenommen; gleichgültig haben wir zugesehen wie unsere Freiheit Gewaltherrschaft und Tyrannei unterworfen wurde”, so lautete die “Junta Tuitiva de la Paz“ (Vereinigung für das Recht des Volkes) von 1809.

Diese an Dummheit grenzende Ruhe hielt noch zwei weitere Jahrhunderte an und ermöglichte so – abgesehen von einigen rühmlichen Ausnahmen – die Fortdauer von Schreckensherrschaft, Tyrannei, Plünderung und Unterdrückung. Wir gingen von einer Kolonie zur anderen über, wirklich unabhängig müssen wir erst noch werden. 1912 sagte William Howard Taft, der Präsident der Vereinigten Staaten: “Der Tag naht, an dem drei Flaggen mit Streifen und Sternen an gleich weit voneinander entfernten Orten die Ausdehnung unseres Territoriums anzeigen: am Nordpol, am Panamakanal und am Südpol. Die Erdhalbkugel wird uns gehören; in Wirklichkeit tut sie es bereits aus ethischen Gründen und aufgrund der Überlegenheit unserer Rasse“. Glücklicherweise ist dieser Tag noch nicht gekommen und unsere Flaggen gehören nach wie vor uns, wenn sie auch etwas zerfleddert sind. Es sind die gleichen Flaggen, die uns jene stahlen, die sich anmaßten, eine Nation zu repräsentieren, in deren Namen sie Staatsterrorismus einführten und deren Volk sie wirtschaftlich ausbeuteten. Unsere Flaggen wurden übel zugerichtet, beschmutzt und zerrissen, weil mächtige Ausländer und ihre Lakaien sie mit Füßen traten, aber sie sind da, wir müssen nur nach ihnen greifen. Deshalb dieser Titel, der ausdrückt, dass wir uns immer noch in den Farben unserer Flaggen wiedererkennen und uns mit ihnen schmücken können. Unsere Aufgabe ist nun, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, neu zu entdecken, wer wir sind und uns bewusst zu werden, dass wir miteinander vereint und nicht voneinander getrennt sein wollen.

Mariano Saravia ist Argentinier, wurde 1967 in Mendoza geboren und lebt seit 1992 in Córdoba, wo er ein Studium der Publizistik absolvierte. In Brasilien, Deutschland, Kanada, Irland, Großbritannien, Israel und im Baskenland bildete er sich weiter.
Er war für verschiedene Zeitungen, Radio- und Fernsehsender in Argentinien und Südamerika tätig und ist heute ist Programmdirektor im “Radio Nacional Córdoba“.
Folgende Buchtitel wurden von ihm herausgegeben: “El Grito Armenio“ (Chronik eines Völkermords und der Kampf um seine Anerkennung); “La Sombra Azul“ (über die rechtswidrige Unterdrückung durch die Polizei von Córdoba während der argentinischen Diktatur); “Naciones Secuestradas“ (über den Unabhängigkeitskampf im Baskenland, in Nordirland und Quebec); und “Fiestas populares de Córdoba“ (Volksfeste von Cordoba).